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Woran erkennt man gutes Trimming?

Einige Hundefriseure verwenden zum Trimmen nur Daumen und Zeigefinger. Sie schützen ihre Finger durch Gummifingerlinge oder Gummihandschuhe. So können sie das Haar auch besser greifen.  Andere Groomer (Hundefriseure) benutzen ein Trimmmesser mit möglichst stumpfer Klinge. Je nach Rasse und Haarstärke kommen dabei verschiedene Trimmmesser zum Einsatz. Wieder andere kombinieren beide Methoden oder setzen sie der Rasse entsprechend ein. Beide Möglichkeiten sind in Ordnung, sofern nicht zu viel und vor allem nicht an den entscheidenden Stellen geschnitten wird.

Seien Sie misstrauisch, wenn Ihnen ein Hundefriseur anbietet,  Ihren Rauhaarigen komplett zu schneiden. Es ist billig, es geht schnell, aber es schadet mehr als es nutzt. Warum das so ist, wissen Sie nach dem Lesen der nächsten Abschnitte.

Die Trimmmesser- Methode

Mit dem Daumen werden einige Haare fest gegen die gezackte Klinge des Trimmessers gedrückt und ruckartig herausgezupft. Die Betonung liegt dabei auf EINIGE Haare, denn das gewaltsame Herausreißen großer Haarbüschel ist auch bei reifem Haar schmerzhaft. Unterstützend kann mit der anderen Hand die Haut kurz oberhalb der zu trimmenden Stelle etwas festgehalten und nach unten gedrückt werden. Erfahrene Hundefriseure arbeiten den Hund systematisch durch, so dass keine Löcher  im Haar entstehen. Dabei richten sie sich im Gesamtbild nach dem Rassestandard.

Handtrimming

Noch gleichmäßigere und natürlichere Ergebnisse kann man mit dem erwähnten Handtrimming erzielen. Dabei nimmt der Hundefriseur einige Haare einer Haarschicht über den Kamm oder über den Finger. Er wählt die längsten und reifsten Haare aus und zupft diese mit Daumen und Zeigefinger heraus. Mit der Zeit entwickelt man dabei ein sicheres Gefühl, welche Haare schon trimmbar sind und welche noch reifen müssen. Da bei dieser Methode gar nichts geschnitten wird, auch nicht durch ein zu scharfes Trimmmesser, sind die Ergebnisse oft erstaunlich gut. Vor allem bleiben die Farben der Hunde kräftig und Rauhaarige behalten ihre feste Haarkonsistenz.

Beide Methoden brauchen viel Erfahrung und Übung. Anfänger produzieren regelmäßig Löcher ins Haar. Daher sind wir auch der Meinung, dass man zum Erlernen der Technik eine gründliche praktische Anleitung und viel Übung braucht. Es ist fast nicht möglich, Trimming nur durch erklärende Bilder zu erlernen. Es sei denn, man kalkuliert von vornherein eine verdorbene Frisur mit ein. Diese benötigt dann allerdings auch unter der Hand eines Profis viele Monate, um wieder rassegerecht auszusehen.

An einigen sehr empfindlichen Stellen,die laut Standard  kurz sein sollen, benutzen auch Profis zuweilen Hundescheren. Man hat dabei die Wahl unter elektrischen Schermaschinen, Handschermaschinen, normalen Scheren und Effilierscheren.

Sicher ist es auch noch akzeptabel, wenn ein Hund vorgetrimmt wird und man zur Abrundung des Bildes einige Partien mit der Schermaschine nacharbeitet. Grundsätzlich sollte ausschließliches Scheren auf wenige Körperpartien wie z.B. den Hals, Kopf, evt. Afterregion und Beine beschränkt bleiben. Erkundigen Sie sich deshalb im Hundesalon, wie die rauhaarigen Hunde dort zurechtgemacht werden. Vorheriges Baden ist nicht nötig.

Warum schadet das Scheren den Rauhaarigen?

Wer seinen Rauhaarigen komplett scheren lässt, muss mit etlichen Nachteilen rechnen. Zum einen fördern die toten Haarwurzeln den Juckreiz. Sie bleiben beim Scheren stecken, statt dem neuen Haar Platz zu machen. Im Extremfall entstehen dadurch sogar Ekzeme. Ihrem Hund wird die Einparung an Zeit und Geld nicht gut bekommen. Doch zumindest "freut" sich Ihr Tierarzt über die möglicherweise langwierige Behandlung einer "unspezifischen Allergie".

Das  Haar verliert seine typische Farbe und Struktur. Die Farbpigmente sind im Haar vieler Rassen vor allen Dingen in den ersten Zentimetern der Haarspitzen eingelagert. Außerdem wird das Haar zur Wurzel hin dünner. So ist es einleuchtend, dass beim Scheren die harten, farbreichen Spitzen abgeschoren werden und das verbleibende Haar dünner und farbloser ist. Das neue Haar kommt bei geschorenen Hunden viel schlechter durch. Dafür wächst die ebenfalls abgeschorene Unterwolle  zu stark. Das Ergebnis: Nach mehrmaligem Scheren kann ursprünglich hartes, pigmentstarkes Haar verdorben sein. Es zeigt sich nun weich, dünn und farblos. Schmutz haftet besser und das Haar verfilzt leichter. Der „pflegeleicht- Effekt“ ist damit dahin. Die beim Scheren gegenüber dem Trimmen eingesparte Stunde wird nun vielfach zur Pflege benötigt.

Selbstverständlich gibt es Ausnahmenhunde, bei denen auch mehrfaches Scheren kaum Schaden anrichtet. Diese sind aber eineutig in der Minderzahl.

Die berühmte Ausnahme

Manchem Rauhaarigen wurden leider zu weiche Haare  in die Wiege gelegt. Man sollte trotzdem versuchen, diese Hunde wenigstens teilweise zu trimmen. Dadurch verbessert sich ihre Haarstruktur mit der Zeit. Sogenannte „Wollis“ unter den rauhaarigen Terriern sind kaum trimmbar. Wenn auch nach mehreren Trimm- Versuchen kein brauchbares Ergebnis zustande kam, muss man hier wohl oder übel zur Schere greifen. Auch bei Veteranen oder kranken Hunden sollte man abwägen, ob sie körperlich der Trimmprozedur noch gewachsen sind. Vielleicht wird man Ihnen im Hundesalon bei einem solchen Tier auch zum Scheren raten. Das ist dann das kleinere Übel, im Vergleich zu einem möglicherweise kollabierenden Hund.

Das kleine 1 x 1 der Hundepflege

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